Film Jung und Schön....

Seit Jahren kein TV mehr, keine Zeit, anderen beim Leben zuzuschauen , und auch keine Lust!

Genug zu tun, um mein eigenens zu verstehen und doch immer wieder die Faszination  von Filmen.

Und im Kommunalen Kino gibt es immer wieder besondere davon.

Wie gut, dass eine Freundin mit mir hingeht, um gerade diesen Film zu sehen.

Er hat mich sehr traurig gemacht.

 

Und dann lese ich erst im Nachhinein die Filmbeschreibung- Grund genug, zur Feder zu greifen: Von einer " merkwürdigen Distanziertheit " ist immer wieder, auch in den Filmkritiken ausserhalb - auch auf youtube die Rede.

Der Regisseur schwul, der Sinn bleibt geheim? Wirklich?

 

Die Handlung :Die junge Isabell schläft im Urlaub am Meer einen Tag vor  ihrem 17.  Geburtstag zum ersten Mal mit einem jungen Mann.

Bis dahin hat sie ihre Weibliche Rolle in einer Gesellschaft voller unlösbarer Diskrepanzen und Rollenzuweisungen von Hausfrau, berufstätige Mutter und Prostitution und Pornographie schon  verinnerlicht.

Denn obwohl sie keinesfalls besonderen Gefallen am Geschehen findet, glaubt sie keinesfalls ihrer Wahrnehmung und nimmt sich auch nicht wichtig genug, ihre Bedürfnisse anzumelden oder auch nur ihre Irritation anzusprechen.

 

Dass es nicht um ihre Bedürfmisse geht, sondern sie dazu da ist, die von anderen zu befriedigen ist zwar eine Interpretation von mir, und von ihr selbst, doch sie geht schon hier nicht in den Dialog und kämpft auch nicht um eine Alternative.

 

 

Das fehlende Selbstwertgefühl einerseits, die Macht über Männer durch Sexualität, in der sie versucht, die Kontrolle zu haben andererseits  muss schon vorher eine Erfahrung oder zumindest ein Vorbild für sie gewesen sein.

Von erwachender Sexualität kann hier wirklich nicht die Rede sein.

 

Dann erlebt sie das, was in den Medien sowieso ständig Thema ist: Lug und Betrug in Liebesbeziehungen- nun  auch bei der eignenen Mutter, die ihren Partner- Isabells Stiefvate r- mit einem Freund betrügt.

 

Was sie als jüngeres Mädchen bei der Trennung ihrer Eltern zusätzlich erlebt  hat, können wir uns ebenfalls denken-denn dank der hohen Scheidungsraten und der Doppelmoral bestehender Partnerbeziehungen  ist weit mehr als jede(r) dritte in der Realität  selbst betroffen.

 

Für Isabell ist der Weg nach diesen Erfahrungen für eine vertrauensvolle exstatische unkontrollierte Hingabe bald vollständig  verbaut. Dies wird in der Szene klar, als sie eine verliebtes  erotisches Zusammensein mit einem Jungen hat, in den sie verliebt ist. Während der Vereinigung hat der Libidoschwierigkeiten: Statt sich der Situation zu stellen und sich um ihre eigenen Angelegenheiten in diesem Zusammenhang zu kümmern, übernimmt sie die Kontrolle und macht sich gleichzeitig wieder zur Bedienerin , indem sie eine Analtechnik anwendet, um ihm aus der " Patsche" zu helfen .

Hiermit prägt sie wiederum die Sexualität des Jungen, ohne dass dieser auch nur  eine Chance hat, das zu bemerken.

 

Sie trennt sich danach sofort von dem vedutzten jungen Mann und

 nimmt nach diesem Erlebnis ihre Prostitutionsbesuche bei älteren Herren wieder auf. Hier wird sie zumindest gesehen- ein Grundbedürfnis einens jeden Menschen, doch zahlt sie einen hohen Preis.

 

Aus meiner Sicht ist Isabell ein junges Mädchen, das keine Perspektive sieht, ihre Seelen- und Herzbedürfnisse zu erfüllen. Sie nimmt die, die sie bekommen kann.

Damit ist sie wirklich nicht alleine!